Gedenktag zur Deportation badischer Jüdinnen und Juden
Am 22.10.2025 fand in der ehemaligen Synagoge in Hemsbach eine Gedenkveranstaltung zur Deportation badischer Jüdinnen und Juden statt. Die Veranstaltung wurde von Schülerinnen und Schülern des Bergstraßen-Gymnasiums aus den Klassen 9-J1 gestaltet und organisiert und richtete sich an die Öffentlichkeit sowie an Vertreterinnen und Vertreter aus Schule und Stadt.Der Gedenktag erinnert an den 22. Oktober 1940, als im Rahmen der sogenannten Wagner-Bürckel-Aktion über 6.500 Jüdinnen und Juden aus Baden, der Pfalz und dem Saarland von den Nationalsozialisten deportiert wurden. Sie wurden in das südfranzösische Internierungslager Gurs gebracht, in dem viele unter katastrophalen Bedingungen lebten. Zahlreiche der Deportierten überlebten die Haft nicht und viele andere wurden später in Vernichtungslager weiterdeportiert.
Bei der Gestaltung der Gedenkfeier war es uns wichtig, nicht nur an die historischen Ereignisse zu erinnern, sondern auch ein Zeichen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung zu setzen. Zudem wollten wir deutlich machen, dass Antisemitismus kein Problem der Vergangenheit ist, sondern auch heute noch eine große gesellschaftliche Herausforderung darstellt.
Um das Geschehen für die Anwesenden greifbarer zu machen, legten wir großen Wert auf eine persönliche Annäherung an das Thema. So stellten wir die Biografien zweier jüdischer Familien vor und beschrieben ihr Leben vor, während und nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Außerdem stellen wir den allgemeinen Weg nach Gurs sowie das Leben im Lager dar. In einer kurzen szenischen Darstellung regten wir außerdem zum Nachdenken über die Frage an, was man selbst mitnehmen würde, wenn man gezwungen wäre, sein gesamtes Leben in einen einzigen Koffer zu packen.
Abschließend wollten wir zeigen, wie es vielen Menschen in Gurs und anderen Lagern trotz der unmenschlichen Lebensbedingungen gelang, Hoffnung zu bewahren und das Erlebte zu verarbeiten. Dies geschah unter anderem durch Gedichte, Zeichnungen und Musik. Einige dieser in Gurs entstandenen Werke wurden während der Veranstaltung vorgelesen und gezeigt, begleitet von musikalischen Beiträgen, die der Gedenkfeier einen würdevollen und nachdenklichen Rahmen gaben.
Die Gedenkveranstaltung in der ehemaligen Synagoge Hemsbach machte deutlich, wie wichtig Erinnerung für unsere heutige Gesellschaft ist – nicht nur, um der Opfer zu gedenken, sondern auch, um Verantwortung für Gegenwart und Zukunft zu übernehmen.
Text: Jana Grünewald, Kl. 10
